Gossip in der Wochenstube

In guter Hoffnung sein -

Attendre un heureux événement

english below |

23.01.2026 – 18:30 Uhr | eeeeh Nyon | Lecture-Performance (français)

Im Kontext ihrer dreiwöchigen Residenz, zeigte Pascale Schreibmüller eine 30 minütige Lecture-Performance.

Der Euphemismus „guter Hoffnung sein“ wird im deutschsprachigen Raum bis heute gelegentlich als Bezeichnung für eine Schwangerschaft verwendet. Der Ausdruck verweist zunächst auf eine unbestimmte, in die Zukunft gerichtete Erwartung, die zugleich als positiv und wünschenswert konnotiert ist. Im Französischen findet sich mit „attendre un heureux événement“ eine vergleichbare Redewendung, die ebenfalls für Schwangerschaft steht, dabei jedoch stärker das freudige Erwarten eines glücklichen Ereignisses betont. Das implizite Glücksversprechen einer bevorstehenden Geburt bildet in beiden Sprachräumen eine zentrale kulturelle Erzählung. Im Unterschied zum französischen Ausdruck transportiert die deutsche Wendung jedoch eine gewisse Ambivalenz: Sie deutet neben der Hoffnung auch auf die Unsicherheit und Unwägbarkeit hin, die eine Schwangerschaft begleiten können. Beide Euphemismen blenden zugleich jene Perspektiven aus, die nicht in das dominante Glücksnarrativ von Schwangerschaft und Geburt passen. Unsichtbar bleiben dabei die Erfahrungen derjenigen, die eine Schwangerschaft nicht wünschen, die einen Schwangerschaftsabbruch – gewollt oder ungewollt – erleben, ebenso wie die Stimmen von Personen, deren Kinder tot zur Welt kommen oder kurz nach der Geburt versterben.

Welche Zukunftsszenarien können mit Eintritt der Schwangerschaft kritisch fabuliert werden? Welche Erinnerungskulturen rund um Totgeburten lassen sich in und um Nyon finden? Pascale Schreibmüller sammelt Spuren und geteiltes Wissen.


Bild | Ausschnitt der kollaborativen Installation am eeeeh Nyon

Image | Detail of the collaborative installation at eeeeh Nyon

Bild: Pascale Schreibmüller

Quellen Titelbild | Sources Cover Image


In guter Hoffnung sein -

Attendre un heureux événement

23.01.2026 – 18:30 Uhr | eeeeh Nyon | Lecture-Performance (français)

Im Kontext ihrer dreiwöchigen Residenz, zeigte Pascale Schreibmüller eine 30 minütige Lecture-Performance.

Der Euphemismus „guter Hoffnung sein“ wird im deutschsprachigen Raum bis heute gelegentlich als Bezeichnung für eine Schwangerschaft verwendet. Der Ausdruck verweist zunächst auf eine unbestimmte, in die Zukunft gerichtete Erwartung, die zugleich als positiv und wünschenswert konnotiert ist. Im Französischen findet sich mit „attendre un heureux événement“ eine vergleichbare Redewendung, die ebenfalls für Schwangerschaft steht, dabei jedoch stärker das freudige Erwarten eines glücklichen Ereignisses betont. Das implizite Glücksversprechen einer bevorstehenden Geburt bildet in beiden Sprachräumen eine zentrale kulturelle Erzählung. Im Unterschied zum französischen Ausdruck transportiert die deutsche Wendung jedoch eine gewisse Ambivalenz: Sie deutet neben der Hoffnung auch auf die Unsicherheit und Unwägbarkeit hin, die eine Schwangerschaft begleiten können. Beide Euphemismen blenden zugleich jene Perspektiven aus, die nicht in das dominante Glücksnarrativ von Schwangerschaft und Geburt passen. Unsichtbar bleiben dabei die Erfahrungen derjenigen, die eine Schwangerschaft nicht wünschen, die einen Schwangerschaftsabbruch – gewollt oder ungewollt – erleben, ebenso wie die Stimmen von Personen, deren Kinder tot zur Welt kommen oder kurz nach der Geburt versterben.

Welche Zukunftsszenarien können mit Eintritt der Schwangerschaft kritisch fabuliert werden? Welche Erinnerungskulturen rund um Totgeburten lassen sich in und um Nyon finden? Pascale Schreibmüller sammelt Spuren und geteiltes Wissen.

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